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Sonntag, 30. April 2017



Am 6.3.2017 fand ein Informationstag zum „Hausberg“ Patscherkofel statt. Ich ging damals auf einen Sprung hin –und bin dann in einem längeren Gespräch mit IVB Geschäftsführer Martin Baltes hängen geblieben.  Hernach habe ich mir das aus dem Gedächtnis notiert und es ihm am 07.03.2017 um 11:49 zur Rückbestätigung geschickt.
Er hat mir kurz am 07.03.2017 11:52 geantwortet:
„Sehr geehrter Herr Schönherr - zum Teil ja, zum Teil nein - ich bin erst am Donnerstag wieder im Büro und gebe Ihnen dann im Detail eine Rückmeldung.“
Ich habe dann nichts mehr gehört aber auch nicht urgiert, später allerdings indirekt erfahren, dass da auch nichts kommen könnte, da die Fragen am Infotag gesammelt wurden und eine konzentrierte mit allen Stakeholdern abgestimmte Rückbeantwortung erfolgt.  Das  finde ich grundsätzlich vernünftig, denn es bringt nichts, fachliche Einzelinformationen tröpfchenweise rauszugeben.
Es gibt nun einige Faktensammlungen aus Sicht der Stadt und der Projektanten des Neubaus, wie z.B. http://blog.patscherkofelbahn.at/, die aber nur zum Teil auf das  unten Notierte eingehen. Also so richtig abgestimmt sind die gesammelten Informationen dann auch nicht. Es erscheint mir daher wichtig, meine Eindrücke vom 6.3.2017 unverändert wiederzugeben:

Fragenbeantwortung von DI Martin Baltes:
Zur Alten Bergstation der PKB
Bis zu armdicke Risse im Fundament, Schimmelbefall und-Wucherungen, lediglich die Ostwand der denkmalgeschützten Station zum ehemaligen Hotel hin entspricht noch dem Originalzustand, für den laufenden Betrieb ist derzeit fast täglich eine statische Begutachtung erforderlich.
Eine Sanierung der alten Bahn wurde nie kalkuliert –es gibt nur die Kostenschätzungen der damaligen Berater.

Zur Ära Schröcksnadel
Die Schäden an der Bergstation dürften auch durch den Abbruch des Hotels weiter fortgeschritten sein.
Unsachgemäß entsorgter Müll musste nachher aufgeräumt werden.
Straßenfahrzeuge der PKB waren unangemeldet auf öffentlichen Verkehrsflächen unterwegs.

Zum Bauprojekt
Die Mehrkosten für die Einrichtung der Gastronomie bewegen sich in der Größenordnung von 100000-200000€ und sind daher für die gesamten Projektkosten kaum relevant, zumal die Rohbauten jedenfalls so wie entworfen gebaut werden müssen.
Von der Pacht für Gastro und Geschäft erwartet man sich Mehreinnahmen, die eine für die Finanzierung des Projekts relevante Größe erreichen.
Die Gastronomie wurde geplant, da aufgrund einer Untersuchung festgestellt wurde, dass in der Bergstation zu wenig Restaurantplätze (Schutzhütte eingerechnet) angeboten werden.
Beim neuen Bauprojekt werden vom Altbestand nur die drei kleine Schlepplifte und der Zauberteppich erhalten bleiben.
Ein kleiner  Verbindungslift Bergstation – Schlepplift  ist jedoch geplant (lt. Dame vom Infostand).
Die Personaleinsparung Pendelbahn (alt)  / Umlaufbahn (neu) ist Vergleichsweise gering (ca. 8 zu 6 Personen). Relevant ist jedoch die Personaleinsparung beim Liftpersonal (abgebauter OLEX, Panoramalift und Ochsenalmlift), die im Winter ca. 30 Personen umfasst.

Zur Erreichbarkeit der neuen Talstation
Fix ist, dass die Linie J künftig zum Badhaus im 10 Minutentakt fährt. Die alte PKB-Talstation wird (allenfalls?)  mit jedem zweiten Kurs bedient.
Eine Führung des J über die Badhausstraße wurde erwogen.  Mit ein bis zwei Ausweichen, wäre für so einen Busbetrieb das Auslangen zu finden.  Die Stadt hätte dem aber nur bei Vollausbau der Badhausstraße zu gestimmt.  Ein solcher Vollausbau (Neutrassierung der Kehre) beinhaltet jedoch K.O. -Kriterien , wie Z.B. Oberflächenwassereintrag in den Villerbach, Forst und Naturschutz. Das Projekt wurde daher verworfen, zumal die Lanser starkes Interesse an der dichten J-Anbindung haben.

Zur Situation der Iglerbahn
Derzeit verursacht die Iglerbahn einen Abgang von 1,4 Mio Euro (inklusive Erhaltungskosten) im Jahr.
Ein Einzugsbereichsberechnung über 500m hinaus (zum Vergleich: ÖBB bis zu 1,5km) ist nicht realistisch.
Täglich benutzen 70 (eher Winter) bis 200 (eher Sommer) Fahrgäste die Bahn. Die Zählung erfolgt mit Zählmodulen in einzelnen Fahrzeugen an einzelnen Tagen und wird auf das Quartal/Jahr hochgerechnet. Eine genaue Zählung gibt es nicht – sie wird eben nur nach statistischen Grundsätzen ermittelt.
Fahrgastzahlen vor 2005 (vor Einstellung der Stadtrunde) sind der IVB bekannt. Sie sind nicht höher.
An einen Einstellung der Iglerbahn ist nicht gedacht, das war auch nicht die Prämisse der letzten Jahre, sonst hätte man nicht so viel für die Sanierung ausgegeben. Allerdings hat sich die IVB zum Ziel gesetzt (und erreicht das sonst auch) zumindest die Personalkosten aus den Fahreinnahmen zu decken. Für  die Iglerbahn ist das deutlich nicht der Fall.
Der Umbau der Bahn in einen Radweg ist keine Option. Allein der Abbruch der Iglerbahn dürfte jedenfalls ca. 10 Mio. Euro kosten. Darüber hinaus müssen begünstigte Investitonsdarlehen und Förderung zurückgezahlt werden, wenn die Bahn vor der Amortisierungfrist dieser Kosten aufgegeben wird.

Zukunftspläne für die Iglerbahn
Sommerbetrieb (Juni-August) Montag – Sonntag ca. zwischen 8und 20h, wie bisher.
Ein Sommerbetrieb von Ostern bis Allerheiligen ist nicht angedacht.
Winterbetrieb nur an Sonntagen
Darüber hinaus Aufbau eines Sonderfahrtenangebots
Dass die Bahn so aus dem Bewusstsein der örtlichen Bevölkerung verschwindet, ist leider gut möglich.
Das Downhillradlerangebot kann leider aufgrund der verfahrenen Situation mit den Waldeigentümern derzeit nicht mehr belebt werden.

Montag, 26. Oktober 2015

Ich habe keinen Ahnung, ob der Leserbrief, den ich am 9.10.2015 an die TT geschickt habe abgedruckt wurde.  Jezt stelle ich ihn online, da er mit einen Blogeintrag auf  www.paschberg.blogspot.com zusammenpasst.


Nachdem kürzlich angesprochen wurde, dass der Autoverkehr, der durch die bestehende Talstation hervorgerufen wird, für eine Verschiebung der Patscherkofelbahntalstation zum Olex zugunsten eines Wohnbaus in Igls spricht, sollte man das auch genauer ermitteln.  Der derzeitige Parkplatz bei der Patscherkofelbahn fasst ca.  350 Autos (auf ca. 7000m²).Verbaut man diesen Grund samt alter Talstation nun mit einer Wohnanlage, fänden  dort auf einem Hektar 70-100 Familien* Platz. Igls hat zwar eine sehr gute ÖV-Anbindung durch Straßenbahn und Bus; doch muss man davon ausgehen, dass ohne steuernde Maßnahmen bei der Vergabe, dort kaum Auto-Abstinente einziehen werden.  Das bedeutet, dass wohl zwischen 100 und 200 Pkws zu erwarten sind, die täglich mit Sicherheit mehrmals aus und einfahren (Hol- und Bringverkehr für Kinder, Einkaufsverkehr, Freizeitverkehr, wahrscheinlich auch Pendlervekehr). Ich wäre mir also nicht so sicher, was von den zwei Varianten mehr zusätzlichen Autoverkehr hervorruft. 
Meiner Meinung nach wäre es daher wichtig, im Falle einer Umnutzung des Areals bei der alten Talstation sicherzustellen, dass  man mit dem ÖV künftig  ohne Umwege direkt von Igls  die neue Talstation erreicht (künftig keine alternierenden Busrouten des J mehr).  Das bedeutet, dass der ÖV-taugliche Ausbau der Badhausstraße (samt Gehsteig für Wanderer)  als direkte Verbindung vom Ortskern Igls zur neuen Talstation oder noch besser  die Verlängerung der Iglerbahn zum Olex als Teil der Verlegungskosten der neuen verkürzten Patscherkofelbahn anzurechnen sind.  Die Straßenbahn hat mehr als ausreichende Kapazitäten als Schigebietszubringer und Machbarkeitsstudien dazu gibt es.

 *) Nachtrage von heute: Irgendwo habe ich kürzlich etwas von 300 geplanten Wohnungen gelesen, wie man sich das vorstellt, ist mir nicht klar, obwohl ich ein Freund der Verdichtung bin. Vielleicht denkt man an ein Schichtschläfermodell?

Samstag, 26. September 2015



Am 9.10.2015, 17h00 wird im Rahmen der AUT „vor Ort“ Veranstaltung der neue Sillblock der Architekten Salvi/Weber zu besichtigen sein.  Schon wie 2011 auf wettbewerbe.at der Entwurf präsentiert wurde machte er neugierig – ist er doch eine überzeugende Lösung des Eckhausproblems bei der Blockrandbebauung. 

Kaum zu glauben. 2015. Und ein beinahe echter Block!


Das „Eckhausproblem“ ist ein Belichtungs-/Bauwerkstiefenproblem und wenn man sich gründerzeitliche Wohnblöcke ansieht, sieht man mitunter, dass diese im Inneneckbereich verschmälert werden – dadurch aber letztendlich auch nur sehr dunkel Winkel schaffen. Eine andere Lösung ist die 45° Abschrägung der Ecken des Wohnblocks, wie das z.B. in Cerdas Plan für Barcelona angewandt wird.

Letztendlich schien mir aber, das in den letzten Jahren die konsequente Blockrandbebauung allenfalls als postmoderne Zitate in Entwürfen, wie sie beispielsweise Rob Krier macht, auftauchen.



Sonstige zeitgenössische Blockrandbebauunges bleiben immer irgendwo offen um dem Eckproblem zu entgehen. Blöcke rechtwinkelig zueinander gestellten isolierten Scheiben. Nicht richtig offen, nicht richtig geschlossen. Weder Fisch noch Fleisch. Vielleicht ist das aber auch ein Zeitgeistsymptom. So als hätte alle gleichermaßen Claustro- und Agoraphobie. Wie man geschlossen Räume überall aufreist so verstellt man gleichermaßen Plätze mit Bumentöpfen und sonstigen „Möbeln“.



Mit dem Aufreißen ist aber der Vorteil des Blocks verschwunden. Nur wenn er geschlossen ist, kann er auch einen „Paradiesgarten“ rahmen, der eine Oase ohne Verkehrsgeräusche in mitten in der Stadt ist.

Der geschützen Garten mit den ebenso geschützten Balkonen




Der Sillblock könnte von seinen Etnwurfsgrundgedanken her eine Wiedergeburt der Blockrandbebauung einleiten. Zwar  hat man sich auch hier nicht getraut, ihn wirklich geschlossen machen – zumal er nur eine halber Block ist; doch würde er genauso gut komplett geschlossen funktionieren; denn der Sägezahneingang zum Hof mit den Balkonen, die sich gegenseitig anschauen hat wohl mehr skulpturale Qualität. Er wird and dieser stelle aber keinen Lärm einlassen, da dort eine Nebenstraße verläuft. 

Die erste Binsenmatten ist allerdings schon aufgestellt.



Das besondere an diesem Entwurf ist jedoch, dass das Gebäude ausgerechnet an der kritischen Stelle im Eck deutlich breiter wird. Die Wohnungsgrundrisse haben es dabei in sich. Man hat das Gefühl die Architektenhaben Tetris gespielt, um das zusammenzufügen. Pro Ecke wären in der günstigsten Einteilungsvariante zwei mittelgroße Wohnungen die nur zur Straße orientiert sind; alle anderen sind sowohl zur Straße als auch zum Innenhof orientiert.


Durch die Verdickung zu Eck hin sind die Balkone zum Hof so zueinander abgestuft, das jede Wohnung einen vor fremden Einblicken geschützten Bereich hat. Zu guter letzt ist das Haus mit einem Hochparterre konzipiert – d.h. man kann im Erdgeschoß hier auch gut Wohnung, da man ca. 3 m Brüstungshöhe über der Straße bzw. dem Innenhof.
Der Baum wirkt zwar noch etwas arm. aber die straßenseitgen Balkone lassen sich gut nutzen.


Interessant dürfte nun sein, wie die Bewohner die Wohnungen empfinden. Sind die vergleichsweise komplizierten Wohnungstrennwände hellhörig? Hat man die wenigen für Wohnzwecke etwas benachteiligten straßenseitigen Eckwohnungen z.B. auch für Büro oder Ordinationen verwendet – der Mix wäre ohnehin praktisch und würde dem entsprechen, wie sich die Nutzungen in alten Wohnblöcken entwickelt haben?

Sonntag, 20. Juli 2014

Nun zu Seilbahnen, die man (hoffentlich) nötiger hat -
auch wenn man aus der Gegend momentan nur Nachrichten über legalisierte Kinderarbeit findet und alles andere damit in den Hintergrund gerät:

Die Stadtseilbahn von La Paz, deren erste Linie nun schon in Betrieb ist, wird eifrig erweitert.

Wer glaubt, diese Infrastruktur wäre gerade eben aus dem Ärmel geschüttelt worden, sollte in die Vergangenheit zurückschauen. Dem ist nicht nämlich so.

Bereits im Jahr der Berge, 2002, veranstaltete die UNESCO einen Landschaftsplaner- und Architektenwettbewerb zum "Parque Urbano Central des La Paz" einem Brachland entlang des Rio Chokeyapu, um dieses Umfeld zu verebssseren. Ich hatte damals meinen Schulfreund Bedner Peter etwas architektonisch beraten -  immerhin schaute ein Anerkennungspreis raus.

Kurz darauf gab es einige politsche Querelen in der poltischen Landschaft Boliviens und lange hörte man von dem Projekts nichts, bei dessen Ausschreibung ein städtisches Seilbahnnetz (das bereits genau geplant war) integraler Bestandteil der künftigen Planung des Parks sein sollte.

Zur Erinnerung und zum Vergleich - wobei mich besonders freut, dass unter anderem auch eine gelbe Seilbahn demnächst in Betrieb gehen wird  (man hat offenbar die Nationalfarben Rot/Gelb/Grün für die ersten Linien verwendet) - ein paar Teile unseres Wettbewerbsbeitrags aus der Mottenkiste - es ist 12 Jahre her.

Die gelbe Seilbahn wird zwar wohl woanders fahren als im Bereich Av. Camacho?


Lageplan, Gesamtansicht (Bedner Peter / Martin Schönherr)

Eines meiner Aquarelle (der 3D-Grafik des Computers trauten wir noch nicht)  mit der zentralen Seilbahnumsteigestation beim Freilufttheater nahe Zapata

Wo unserer Pläne verschwunden sind? Ob jemand die Aquarelle gesehen hat und Lust auf das Projekt bekam (wär schön)? Solche Fragen werden sich kaum mehr klären lassen.
Aber es war eine interessante Zeit und möglicherweise ist auch so etwas ein Beispiel für die damals noch teilanaloge "Wolke" in der man was reinschmeißen konnte und geraume Zeit später kommt was raus, was einem irgendwie vertraut vorkommt.

Ich weiß, dass wir damals zwei Platten während des Entwurfs abwechselnd rauf und runter gespielt hatten - um im Arbeitsfluss zu bleiben (die Ausarbeitung erfolgte in einem Weihnachtsurlaub): Einerseits Manu Chao und andererseits eine Platte mit Bolivianischer Volksmusik -so ähnlich wie hier - deren Melodien nicht selten wie die Fahrgeräusche einer Seilbahn klingen (durchaus positiv gemeint) - so als wäre dort die wahre Heimat dieser Technologie.

Dienstag, 3. Dezember 2013

Freiburg, 1981

Juli1981. Anlässlich meiner ersten Teilnahme an einer Jugendgruppenreise von Professor Friedrich Röck kam ich zum ersten Mal nach Freiburg i Breisgau.

Prof Röck hat auf seinen Reisen deren Mehreinnahmen dem Verein Sonnenland zugute kamen fast immer zuerst im Campingplatz Freiburg Hirzberg Halt gemacht, denn dort gab es aufgrund der Städtepartnerschaft mit Freiburg Sonderkonditionen.

Im Urlaub war ich schon immer eher Frühaufsteher und so begann meine erste Stadterkundung auf eigene Faust zwischen 5 und 6 Uhr Früh mit dem Endergebnis des obigen Photos, dem sog. Freiburger Kaufhaus.


Die Photos auf dem Weg in die Stadt hinein, die ich damals mangels eines größeren Urlaubsbudgets nicht gemacht habe, blieben aber als Gesamteindruck.


Es gab also da im Westen eine Stadt, die sich erstaunlicherweise sogar mit Innsbruck verpartnerte, der Innsbruck kaum das Wasser reichen konnte. Wohl ist unsere Umfeld spektakulärer, aber diese Stadt dort vermittelt einen selbst bewusstes In-sich-ruhen. Ich hatte das Gefühl, (denn benennen konnte ich es damals kaum) dass fast jedes Detail des Stadtgefüges überlegt gesetzt war, um jedem Bewohner und jedem Besucher Vertrautheit und Zuneigung zu vermitteln (und zurückzubekommen!). Die Stadt hat etwas Betuliches, ohne aber spießig oder kleingeistig zu wirken. Gern bin ich wieder ab und zu dorthin gefahren – muss nun allerdings feststellen, dass mein letzter Besuch mittlerweile schon fast 25 Jahre zurückliegt. Dazumal war es die letzte Urlaubsreise, bei der ich gnädigerweise meine Eltern begleitete und sie sofort in diese meiner Meinung nach mit Abstand schönste Stadt verschleppte.


Aus den Augen bedeutet nicht aus dem Sinn. Ich habe in den Jahren die Entwicklung Freiburgs verfolgt und mir schien im Vergleich, dass sich Freiburg beständig aufwärts entwickelte, wohingegen Innsbruck bis um 2005 abwärts driftete.

Planerischen Göttern gleich standen da Stadtentwicklungsprojekte wie Rieselfeld oder Vauban im Raum. Doch im Gegensatz zu Göttern durchaus nicht entrückt, sondern sehr konkret und sicher nicht abgehoben.


Da war es nur logisch, einen Vortrag, bei dem es um die Stadtplanung in Freiburg ging zu besuchen.

Ein etwas älterer Herr legte im AUT seinen Gedanken zur Stadtplanung dar. Mochten auch die einleitenden Bemerkungen eher No-Na Natur gewesen sein, so schälte sich im Lauf des Vortrags von Wulff Daseking ein Planungsselbstverständnis heraus, von dem sich leider das Gros der Planer verabschiedet zu haben scheint.

Mein Fazit zum Vortrag:

  • Wir wollen in der Architektur Hochkultur und erreichen bestenfalls Mittelmaß, da wir die Festlegung der Rahmenvorgaben scheuen.
  • Scheut man diese Festlegungen nicht und nimmt in Kauf einen mittelmäßig erscheinenden Rahmen zu definieren, so lässt man erst Spielraum für individuelle Entfaltung und Hochkultur kann punktuelle erst passieren.
Hätte ich dem Vortragenden eine Frage gestellt, so wäre es die gewesen, darzulegen was in Freiburg schon vor Beginn seines Wirkens an planerischer Substanz vorhanden war. Die Antwort darauf wurde aber in seinem Vortrag schon gegeben. 
Er hat einen Plan der langfristigen Siedlungsgrenzen Freiburgs gezeigt, der schon lange vor 1980 da war und zeigt, was das wichtigste für eine funktionierende Raumplanung ist:

Kontinuität und sehr langfristiges Denken. 

Er hat den Plan übernommen und verfeinert und nicht verworfen….


….und natürlich gibt es in Freiburg auch eine Straßenbahn, die langsam aber stetig erweitert wurde, während man in Innsbruck noch Angst vor der eigenen Courage hatte.

Freitag, 8. November 2013

Sam Eyde, im Sommer 2000, im Schatten, da wolkig.



Es gibt immer wieder Orte, die für Überraschungen gut sind. Besonders erfreulich dann, wenn der Ort an sich schon ohne die Überraschung überraschend ist.
Sam Eyde, der  Rjukan zu einer der industriellen Keimzellen Norwegens machte, hätte sich wohl nicht gedacht (wiewohl anscheinden bereits überlegt), dass sein Denkmal am Hauptplatz des ca. 20km langgezogenen, im Winterhalbjahr sonnenlosen Ortes dereinst ganzjährig wirklich in der Sonne stünde.
Wenn man es genau bedenkt, hat der Ort allerdings schon einmal eine solche Anstrengung unternommen, einen Platz an der Sonne zu bekommen; 1927 mit dem Bau der Seilbahn auf Fjell, der Krossobahn
Auch bei meinem Besuch in Rjukan (der seltsamen Lage wegen, ursprünglich kannte ich es nur als eines Schauplatzes des deutschen Atombombenprogramms) ahnte ich nichts von dem, was ca. 13 Jahre später dort passieren würde
Hatte ich zugegebenermaßen das Projekt eines Heliostaten für Rattenberg belächelt*, scheint die Lösung hier jedenfalls gelungen zu sein, auch wenn ich persönlich einen fahrt auf Fjell vorziehen würde, zumal nun auch die Militärbahn auf den gegenüberliegenden Gausta, der Schuld an der Schattenmisere Rjukans ist, für Publikumsverkehr geöffnet wurde.
*) Bisher wurde das Projekt in Rattenberg nicht umgesetzt.  Falls nun doch, müsste man wohl das Notburgadenkmal beleuchten.

Samstag, 26. Januar 2013

Tennenbrücke im Weiler Turnetshaus oberhalb der Sinserau in Kappl. Sie werden dank billiger Treibstoffe (!) in Tirol immer weniger - man hat ja Kräne und übermotorisierte Traktoren.....Dieses Objekt entstand nach Auskufnt der Gemeinde erst frühestens in den Zwanzigerjahren des vorigen Jahrhunderts - einer Zeit in der man zwar die Landwirtschaft technisierte, aber noch auf den Kosten-Nutzenfaktor schaute. Wie man sieht, kann auch, wenn wirtschaftlich gedacht wird, etwas baukünstlerisch Gutes entstehen. Wahrscheinlich ist das Objekt nun schon Vergangenheit.


Weiterbauen am Land – ich berichtete bereits vor einigerZeit davon. Gestern fand die Auftaktveranstaltung zur Ausstellung in der Volksbank Landeck statt. 
Einleitende Worte von LAbg. Anton Mattle, Bürgermeister von Galtür, der durchaus selbstkritisch über das Paznaun gesagt hat, dass man hier wohl im Zuge der rasanten wirtschaftlichen Entwicklung, einiges an baukultureller Identität aufgegeben hat.
Fesselnd war der Vortrag von DI Hauser vom Bundesdenkmalamt, der auf die von im so genannte "Überorientierung" unserer Zeit - das Überangebot von Materialien und Energie und die verheerenden Auswirkungen auf die Qualität des Bauens sprach.
Eingefügt war die Veranstaltung in ein Förderprojekt der Dorferneuerng zur Belebung der Ortskerne durch Revitalisierung alter Bausubstanz. Immerhin habe wir in unseren Dörfern und Weilern im Kleinen ein ähnlich geartetes Problem wie manche Städte in den USA - eine Vertrocknung und Aushöhlung im Inneren des Siedlungskörpers.
Und die „Entwicklung“ geht weiter. Wie z.B. im Ortsteil Turnetshaus in Kappl. Ein Gebäude, das im Kunstkataster nicht vermerkt ist (!), handelt es sich doch um einen „schiachen Zweckbau“ – und doch ist das Bauwerk ein Stück Identität – nämlich des sparsamen Umgangs mit den ehemals wenigen zur Verfügung stehenden Ressourcen im Oberland. Tennenbrücken in steilen Talschaften halfen Kraft beim Heueinbringen sparen – man nutz die Nachteile der Topographie und kehrt sie in einen Vorteil. So machen es Bergvölker – und nicht zu Quasiholländern* gewordenen Tiroler, wie wir es nun sind.
Im August 2011 stand sie noch. Ich habe sie einmal bei einem Gespräch in der Gemeinde lobend als typisches Bauwerk erwähnt, da sie die Straße so wirkungsvoll einrahmt. In der Gemeinde denkt man nicht so darüber und hoffte dass das Ding demnächst wegkommt – dann kann man die Straße breiter machen und der Bus kann besser passieren (von wegen – man kann dann mit dem PKW bei Gegenverkehr schneller fahren, der Bus kam auch bisher schon durch).
Möglicherweise ist das Bauwerk nun schon abgebrochen – ich habe gestern den Kappler Bürgermeister, der auch unter den Gästen weilte,  nicht mehr danach gefragt, da ich früher aufbrechen musste.

*) wenn wir dann deren gute Architektur im Städtebau hätte, dann wäre es ja in Ordnung, doch richten wir uns her an die Dauercampersiedlungen und die Vorliebe für Speditionen

Dienstag, 7. August 2012


Es kann ein Indiz für brennend Fragen aber auch für die Sauregurkenzeit sein: Man spricht über Architektur. Leider treten auch bedenkliche Ansichten zu Tage.
Mein Statement zur Frage hier.


Mittwoch, 15. Februar 2012

Schneeräumung und Schneeentsorgung
Es wurde in den letzten Tage viel über Sinn und Unsinn der Schneeräumung und damit verbundener Tätigkeiten gesprochen. Insbesondere die Frage der Entsorgungen scheint ein nicht unwesentliches Problem zu sein. Da spielt einerseits die Menge des Anfallendes Schnees herein, die sicher insbesondere dadurch gestiegen ist, dass man nicht allein für Fußwege und Öffentlichen Verkehr spuren freihalten muss, sondern für den restlichen auf seinen Notwendigkeit in diesem ausmaßen fraglichen motorisierten Verkehr. Schneeräumung ist erst seit dem automobilen Zeitalter einer profunderen Planungsfrage geworden.

Was hat man da früher gemacht?
Zum Straßenbahnumbau 2005 in der Andreas-Hofer und Anichstraße tauchten bei den Erdarbeiten unterirdische Gewölbe mit jeweils wohl ca. 10m³ Raumgröße auf. Sie waren sorgfältig ausgeführt, meist in Ortbeton, mit Zementglattstrich an der Innenseite. Die bauliche Ausführung war also sehr bedachtsam, fast liebevoll. Und man wunderte sich, dass unter dem Straßenplanum der Innenstadt derartige Hohlräume, offenbar unzugänglich, schlummerten.

Ein aufgebrochener Schneeschacht wird mit Beton vergossen.
Ich erkundigte mich damals bei einem anwesenden Polier nach dem Zweck der Bauten. Es handelte sich um sogenannte „Schneeschächte“. Sie wurden angelegt, um Schnee aus der Schneeräumung (damals händisch)  über Schachtdeckel in diese Gewölbe zu werfen. In der höheren Untergrundtemperatur taute und setzte sich der Schnee dann und floss in den Abwasserkanal.
Wie viele solche Schächte existierten, ist ohne Recherche nicht verifizierbar, ich erinnere mich an drei oder vier angeschnittene Gewölbe, die im Zuge der Bauarbeiten mit Magerbeton aufgefüllt wurden.

Bei 10 m³ Schneefassungsraum, wird man heutzutage nur lachen, wo doch unverdichtet eine derartige Menge heutzutage auf eine zwanzig Meter breiten Stadtstraße bei stärkerem Schneefall pro Laufmeter anfällt.
allerdings muss man sich ragen ob für hoch verdichtete Siedlungsbereiche die Anlage von größeren Schneeschächten nicht noch immer in Erwägung zu ziehen wäre. Wenn allerdings nur alle 10-15 Jahre solche Schneefälle stattfinden, wäre die Alternative „Winterruhe“ wohl besser als diese verbissene Räumung. Es war nämlich trotz teilweise unzufriedenstellender Gehwegräumung (aller Aufwand ging ja in die Straße) dann doch nicht möglich, geschlossene Schneedecken  solange zu erhalten, dass man im Stadtgebiet Langlaufen hätte können.
Im Übrigen sollte die Salzstreuung verboten werden. die macht alles nur noch rutschiger und hilft nur dem Autoverkehr.

Dienstag, 1. November 2011

Meine persönliche Vision: Warum nicht ein Besucherzentrum mit Hotel auf dem Vajont-Damm, mit Blick auf den Ort Longarone. Makaber? Der Platz könnte sich immerhin mit dem Zachariasdamm messen. Und er wäre für eine Architekturexkursion nicht so weit von Innsbruck entfernt ;-)

Im Spiegel Online wird ein Projekt von zwei Visionären angepriesen, die auf einem Harzer Staudamm ein Hotel errichten wollen. Natürlich ist die Architektur eine der Disziplinen, in der recht gerne abgeschaut wird, sind doch die wenigsten Bauwerke patentiert. Trotzdem ist es hier ärgerlich, zumal der zugrundegelegenen Entwurf in Norwegen besser gelungen und auch der Standort dort mehr hergibt. Plagiieren ist ja in Ordnung., wenn man es besser macht (und mit besser machen meine ich nicht zum bauen kommen, denn bei manchen Entwürfen wäre es besser sie blieben in der Schublade). Ich habe mir daher erlaubt diese „Visionäre“ beim Spiegel zu verpetzen.

Sehr geehrte Damen / Herren
Soweit meinen schnelle Recherche ergab, wurde aus dem damaligen Projekt bisher nichts (aber noch nicht aufgegeben). So visionär ist es also nicht - außer, dass es mit zwei Stockwerken vielleicht etwas klobiger geraten ist, als der norwegische Entwurf, auf dem Zakariasdamm.

Und wenn wir gerade beim "Talsperrensuchen" sind: Auch San Giustina im Nonstal wäre als Superlativ nicht uninteressant. Dort gibt es soger ein Bahnanbindung. Störend ist allerdings die Straßenbrücke unmittelbar vor dem Damm.

Freitag, 16. September 2011

Blick von der Wiesengasse zur Südringunterführung, rot markiert die kritische Rampensteigung der neuen Radwegverbindung.:


Neubau eines Fahrradwegs in Innsbruck vom Tivoli zur Wiesengasse:  
Wie man sieht, schließt an die Südringunterführung eine moderate Steigung an, die den Radweg zur Wiesengasse führt. Ein kurzer Verbindungsweg führt allerdings unmittelbar aus der Unterführung direkt auf den Südringradweg mit einer Steigung von ca. 10%. Für Elektrorollstühle mag der Weg ja geeignet sein.
Doch warum trassiert man nicht einen flacheren Aufstieg,für den man Platz hätte, indem einfach von der flacheren Hauptrampe weiter südlich abgezweigt wird?

Radwegplanung ist gar nich so einfach, wenn man selbst mehr mit dem Auto fährt oder zu sportlich ist ;-). Das vermute ich zumindest hier. Was besser werden sollte hier.

Mittwoch, 3. August 2011

Baustelle ist nicht gleich Baustelle....


Dass die Pflege von Infrastruktur wesentliche für das Funktionieren des Siedlungsraumes ist, wird wohl niemand bestreiten. Zugleich mangelt es aber am Verständnis, wenn vor der Haustüre die dafür notwendigen Maßnahmen geschehen. Ich habe zwar den Eindruck, dass angesichts des momentanen Baustellensommers in Innsbruck sich eine gewisse Lockerheit des Lebens damit eingeschliffen hat, trotzdem probieren Einzelne die Probleme noch immer aufzubauschen. Dieser Artikel möge diese Probleme relativieren und vor allem einen vermeintlichen Schuldigen, den man gefunden zu haben glaubt, rehabilitieren.

Samstag, 21. Mai 2011

Nutzflächendichte.....

Demnächst gibt es einen neuen Dichtenparameter in der Tiroler Raumplanung. 
Die Nutzflächendichte. 

Noch lässt sich leider niemand so recht aus, welche Werte im Falle der Anwendung im Plan einzusetzen sind.

Da sich die Planungspolitker in den Gemeinden schon bisher in ausführlichsten Diskussionen ergingen, ob nun z.B. in einem Fall eine Baumassendichte von 1,237 oder 1,238 festzulegen wäre, erscheint hier ein eigener Diskussionsbeitrag zur Nutzflächendichte notwendig. 
Dieser Beitrag steht bereits seit 14.5.2011 in Scribd online. Zu diesem Zeitpunkt waren noch recht wenige Publikationen zu genau diesem Thema im Netz erschienen. 


Interessant in diesem Zusammenhang ist auch dieser Artikel  von Dr. Stefan Siedentop, IÖR-Dresden), der sich mit der Mobilität im Suburbanen Raum befasst. 
Die Nutzflächendichte wird hier einmal als Synonym für die Geschoßflächendichte angesprochen, was im Sinne der TROG Definiton nicht genau so ist. 
Übersetzt man diese Annahmen in die Nutzflächendichte des TROG so kommt man dahin, dass die Nutzflächendichte ungefähr 70% der Geschoßflächendichte ausmachen wird, da Wände und Räume außerhalb des Wohnungsverbandes bei der Berechnung abzuziehen sind. Die Schlußfolgerung für die Abstimmung der Raum- auf die Verkehrsplanung kann daher grob geschätzt sein, dass erst ab Nutzflächendichte von 0,4x70% = 0,3 eine ÖPNV-Anbindung rentabel wird. Es wird dort auf Seite 38 auf Robert Cervero verwiesen, der von einer  Geschoßflächendichte von über 0,4 ausgeht (ein gut verständliches Interview mit ihm hier auf youtube).

Mit einem Wort - Einfamilienhäuser und ÖPNV gehen zusammen, sobald man Gartenhofhäuser baut. Sie liegen im Bereich einer Nutzflächendichte von ca. 0,5 (vgl. Man kann von seinem Garten auch mehr haben, als den Mindestabstand - und dafür weniger zahlen ; ich zitiere mich selbst ;-)


Und noch etwas: Dichtefestlegungen überhaupt auf mehr als 1 Kommastelle zu definieren (s.o.) ist ein ziemlicher Humbug. Warum? 

Betrachten wir ein Gebäude mit 10/10/10m auf einem 400m² Grundstück.
Das sogenannte "Maurerhaar" (Ungenauigkeiten bei der Herstellung) führt dazu, dass dieses Bauwerk auch 10,06 / 10,06 / 10,06 m groß sein könnte. Die daraus resultierenden Baumassendichte liegen zwischen 2,5 und 2,55.
Man sollte vom Projektanten schon verlangen können, dass er ein Haus so planen lässt, dass es trotz "Maurerhaar" zu keinen Problemen bei der Einhaltung der vorgegebenen Dichten kommt. Gleichzeitg darf sich die Baubehörde aber nicht erwarten, dass ein Haus nach Maschinenbaustandards gebaut wird. Daher reicht es, sich hier im Vorfeld  sich zwischen Baumassendichte 2,5 und 2,6 zu entscheiden.

Freitag, 13. Mai 2011

"Waldeinsamkeit"
Eine Staubpiste in Kanada, zu einem der Ölsandabbaugebiete?
Eine antiquarische Aufnahme von einer Straßenbaustelle in den Sechzigerjahren?


Alwin Seifert hätte sein Freude damit. Dieser hat zwar gesagt "Die Landschaft musss das Gesetz werden"; aber letztendlich war er doch auch Autofahrer (was sein Schriften zur Straßentrassierung beweisen, die sich aber prinzipielle durch nichts vom dem unterscheiden, was man sich z.B. sich in den USA unter "Parkways" vorgestellt...und der Verkehr steht eben auch hier über dem Gesetz und bekommt so nur ein grünes Mascherl.

Weit gefehlt. Die Straße liegt im Möchtegern-Luftkurort Igls. Und wir schreiben das Jahr 2011.
Der Straßenausbau hat den Zweck, eine enge Kehre zu begradigen und gleichzeitig die Straße steiler zu machen.

Am 28.3.2011 hat mich das zu folgender Bemerkung an kompetenter Stelle veranlasst:

Hallo xxxx,


Gilt das auch für Fahrräder?
„Dadurch werde die Strecke in dem Abschnitt zwar etwas steiler, sei aber dennoch mühelos zu bewältigen. Die Kehre würde man heute nicht mehr so bauen“ Nachdem was ich so in Kreta gesehen habe
(z.B. http://maps.google.de/maps?f=q&source=s_q&hl=de&geocode=&q=&aq=&sll=35.464026,23.791623&sspn=0.024712,0.038066&ie=UTF8&ll=35.464026,23.791623&spn=0.024712,0.038066&t=h&z=15 vgl. alte und neue Straße zwischen Mesa Voukolies und Abzweig Anoskeli) , werden dadurch die Straßen zwar mit weniger Lenken und damit schneller zu befahren – aber nur wenn man hochmotorisiert ist. In Zeiten des Energiesparens müssten wir froh sein, dass wir noch flache Straßen haben und diese nicht mit viel Aufwand so zu verhunzen, dass sie für ein paar Tölpel schneller befahrbar werden.

Mit freundlichen Grüßen
Martin

Ich habe dazu nichts mehr gehört. Wahrscheinlich nerve ich die Leute schon mit solchen Bemerkungen, weil sie an dem Widerspruch zwischen politischen Lippenbekenntnissen und dem wofür tatsächlich (viel) Geld ausgegeben wird, nagen (und eh jeder weiß, dass das nicht zusammenpasst und nicht auch noch ständig darn erinnert werden will)

Für mich habe ich auch gehofft, dass ich nur auf eine Pressemeldung überreagiert habe; denn vielleicht hat man sich ja wirklich bei der Neutrassierung im Detail was überlegt (z.B. flacherer Radweg auf alter Trasse). So wie es aussieht, ist aber damit nichts.

Die Bäume dort oben sind zwar tlw. hiebreif. Aber man hat, genau betrachtet, sehr großzügig ausgeholt – wohl wegen der Windwurfgefahr bei Föhn. (Warum das bei der Igler aber nur sukzessive geht, ist mir nicht klar- mittlerweile ist der von mir dort gewünschte Standard durch die „Waldentwicklung“ ohnehin bald erreicht, daher will ich mich dazu nicht weiter ärgern).

Wir haben nun also ca. 1km mehr an Straßen, auf denen man getrost mit 80 durch die Gegend brausen kann.

Ich hoffe, Igls macht nicht noch einen Vorstoß in Richtung Prädikatsverleihung als Luftkurort. Denn dann wird´s lächerlich.

Mittwoch, 16. März 2011

Tricastin, zwischen Avignon und Valence, „mein erstes Atomkraftwerk“ aus nächster Nähe. Ende der Achtzigerjahre auf einer UNI-Exkursion in die Provence. Tricastin ist übrigens auch bekannt für seine leichten Schwarm-Erdbeben.


Seit Hiroshima und Nagasaki, wenn man Madame Curie, die auch daran gestorben ist, ausblendet, weiß man, dass man von Nuklearanlagen so großen Abstand halten sollte, dass diese nicht auf demselben Planeten stehen können.
Nicht umsonst hat sich das Leben erst soweit von der Sonne entfernt entwickelt. Trotzdem machte man weiter. Brandstifter sperrt man ein oder gibt sie in Anstalten für geistig abnorme Rechtsbrecher. Atomlobbyisten nicht.

Westlich von uns – wenn was schief geht – stehen ca. 30 Verdächtige. Vorwiegend in Frankreich, aber auch Schweiz und Deutschland.
Sicher - Frankreich und die Schweiz sind gewissermaßen (Zynikmodus ein) entschuldigt, denn sie bauen oder wollten Atomwaffen. Und dafür braucht man nun einmal Atomkraftwerke, die spaltbares Material zur Anreicherung liefern. Die Energieversorgung mit diesen Apparaturen ist auf ihre Lebenszeit bzw. Halbwertszeit gerechnet eine reine Verlustrechnung. Die friedliche Nutzung rentiert sich nur wenn man kriegerisches (und sei es nur die Verteidigung der Neutralität) vorhat.

Besonders tragisch angesichts der aktuellen Ereignisse aus meiner Sicht: Wir blickten in den letzten Jahren andächtig nach Frankreich, wo Hochgeschwindigkeitszüge fahren und Straßenbahnen wie Schwammerln aus den Boden schießen. Doch leider fahren diese für sich betrachtet vernünftigen Einrichtungen zu 75% mit Atomstrom. Strom stinkt (noch) nicht.

Und was macht Österreich? Blicken wir nur wenige Tage zurück auf das Volksbegehren „Raus aus Euratom“. Dieses hatte zum Inhalt, zu erreichen, dass Österreich keinen Zahlungen mehr an Euratom leistet, da damit indirekt die unwirtschaftliche Kernkraft in unseren Nachbarländern weiter mitfinanziert wird.
Gleich bemühten sich unsere EU-Musterschüler zu warnen, dass dann die EU sehr böse wäre und die Presse schwieg sich (sie fragt ja, scheints mir,  immer zuerst an, ob Nachrichten zu drucken genehm sei) zum Thema eher aus. Die Folge von dem was im Vorfeld gesagt wurde: Die Leute trauten sich nicht hin.
Angst, lächerlich zu wirken?
Angst, unsachlich zu sein?
Angst, in irgendeinem Akt (der gegen  jeden geführt wird – ums mit den Worten des Amtsrates Zihal zu sagen) einen nachteiligen Vermerk zu erhalten?
Wie auch immer – jetzt dürfen wir noch mehr Angst haben.

Was aber keinen Sinn hat.

Leider hat es auch keinen Sinn sich dazu zu äußern, denn die Verblödung der Entscheidungsträger in dieser Sache ist wohl irreparabel. Möglicherweise ist eine schleichende Selbst - Euthanasierung der Menschheit das Selbstregulativ der Natur, das wieder einmal zum Tragen kommt.

Ich habe den folgenden Brief auch nicht abgeschickt, da der betr. Adressat für die Entscheidung nicht klar zu eruieren ist (sicher gäbe es einzelne Personen - aber die Gefahr tauber Nüsse ist so groß, dass ich besten Willen nciht wüsste, wo anfangen um einen Effekt zu erzielen) außerdem geistern der Kommentare nun wohl genügend herum:

Sehr geehrte…..Atomlobby?,

Ich glaube nicht, dass die Kinder und Jungendlichen in Österreich den Sinn von Texten schlechter erfassen können, weil es an der Qualität der Ausbildung mangelt, sondere weil auch wir Erwachsene das nicht mehr können.
Warum können es wir nicht mehr? Weil wir tagtäglich Informationen ausgesetzt sind, die relativieren, abschwächen und abwiegeln. Kein Wort bedeutet mehr das was es ehedem war.

Ich nehme dazu ein erstes Beispiel aus den Nachrichten:
„Nach dem Störfall wurde das Atomkraftwerk Fukushima umgehend von Netz genommen.“
Was soll das bedeuten? Was hilft es ein Atomkraftwerk vom Netz zu nehmen, wenn es dabei weiterläuft, sich genaugenommen gar nicht abstellen lässt und nun durchschmilzt.
Ein zweites Beispiel gefällig?
Wahrscheinlich nicht, denn politikergerechte Informationen sind normalerweise maximal drei Zeilen a fünf Wörter lang (wie mir ein Arbeitskollege erklärte). Ich fahre aber trotzdem fort:

„Wenn man für „Österreich raus aus Euratom“ stimmt, treten wir zugleich aus der EU aus.“
Kommt Ihnen das bekannt vor?
Und was wäre geschehen, wenn z.B. dieses Volksbegehren erst in der kommenden Woche stattfände und z.B. drei Millionen Österreicher statt der kaum 100.000 für einen Ausstieg stimmen. Glauben Sie, sie würden an Glaubwürdigkeit einbüßen, nur weil sie dann im Auftrag des österreichischen Volkes ein Meinung vertreten müssen, die nicht der Euratom entspricht, die da im Wesentlichen sagt „Der Krug geht zum Brunnen bis er bricht, und so machen es auch wir“?

Ein weiteres Beispiel:
Ähnlich wie bei der Häufung von Krebsfällen in der Umgebung von Atomanlagen mit Störfällen (und Störfälle lassen sich nie ausschließen) zeigt die Realität der hinaus geschleppten Entscheidungen, dass COPD-Häufung  an stark befahrenen Straßen wohnen, in Kauf genommen wird, da es für das Wirtschaftsleben notwendig ist - anstatt den Verkehr wirklich schmerzhaft einzuschränken.
Enthebt einem der Grundsatz „Im Zweifel für die Wirtschaft“ wirklich von jeder Notwendigkeit zu denken und simpelsten ethische Grundsätze einzuhalten (wenn man schon nichts mit den zehn Geboten zu tun haben will). Anscheinend ist es nur mehr die Wirtschaft, die Schmerzen empfindet und nicht mehr der Mensch….

Sie sehen schon: Es stehen Entscheidungen an, die jetzt getroffen werden müssen und nicht auf die nächste Legislaturperiode vertragt werden können. Ich habe hier diese zwei genannt die ich als die Wichtigsten ansehe, da sie unmittelbar mit der Frage des Gesamtenergieverbrauchs zusammen hängen.

Wenn Sie dadurch abgewählt werden, dann können sie wenigsten sagen, Sie haben ihren Zweck erfüllt – ansonsten war es vergeudete Zeit.

Österreich darf nicht mehr die Idiotie der Mehrheit (die nun wohl ohnehin schrumpfen wird) mit immensen Geldbeträgen unterstützen. Und es muss sich – wenn keine konzertierte europäisch gemeinschaftliche Vorgangsweise möglich ist – unabhängig machen von den faktischen Zwängen indem es andere Wege geht.

Dazu gehört eben auch die Einschränkung des Individualverkehrs und nicht das Aufschieben der Entscheidung bis zur Umsetzung der Elektromobilität.
Denn gerade angesichts dieser wittert die Atomindustrie Morgenröte. Wenn es um den fahrbaren Untersatz geht, nimmt leider zuerst jeder Bürger die Gefahr einer noch weit weg gewähnten atomaren Verseuchung in Kauf.

Und diese atomare Verseuchung ist das eigentliche Problem.

Wir wissen ja selbst noch nicht genau, was Tschernobyl z.B. mit uns angerichtet hat. Welcher Krebs nun wirklich davon kommt oder noch kommen wird, dass z.B. einer nach Tschernobyl ein Pilzgulasch gegessen hat.

Vielleicht sind die schleppenden politischen Entscheidungen auch Folge von sonst noch unsichtbaren physischen Beschädigungen der handelnden Personen durch Radioaktivität. Das nur als humorvolle Einlage.

Ich bin selbst beileibe kein Technikfeind und erfreue mich sogar an dem Anblick mancher Hochspannungsleitungen, wenn die Masten schön gesetzt wurden. Allerdings denke ich, dass die „friedliche Nutzung“ der Atomkraft letztendlich doch eine kriegerische ist, die jedenfalls mit friedlichen Mitteln das erreicht, was sonst nur Kriege in einzelnen Regionen kurzzeitig oder dauerhaft schaffen – nämlich eine Gesellschaft zurück in die Steinzeit zu katapultieren.
Dort möchte ich aber sicher nicht hin.

Was derzeit geschieht, erweckt in mir den Eindruck, dass zumindest die Entscheidungsträger es so satt haben, dass sie erhoffen, dass diese Katapultierung möglichst bald von statten geht und man den Ärger los ist.
Nach dem Motto: Sich vor andere zu stellen und zu regieren – dazu braucht man keine Gesetze, das geht auch mit Prügeln oder Steinen. Also wozu Zentralheizungen, Pensionsvorsorge, Krankenhäuser oder gottbewahre – Bildung.

Das fürchte ich als Bürger und ich fürchte auch, dass wir mit unseren Schwächen als Masse dazu benutzt werden, unseren eigenen Untergang vorzubereiten.